Was tut sich an der Oeseder Papiermühle? – SPD besuchte mit vielen Bürgerinnen und Bürgern die Baustelle

Seit Wochen schon kann der aufmerksame Beobachter sehen; es tut sich was an der lange Jahre vor sich hin dämmernden Papiermühle. Im blickpunkt war bereits zu lesen, das der Eigentümer das alte Gemäuer wieder instandsetzen lässt. Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich darüber sehr gefreut und waren gespannt, wie das Gebäude nach der Sanierung wohl aussehen mag. Insbesondere von Innen hatten die meisten es noch nie gesehen. Die SPD Georgsmarienhütte hatte daher einen Besichtigungstermin organisiert und mehr als 30 Interessierte waren gekommen, um sich die Papiermühle einmal aus der Nähe anzuschauen und sich ein Bild vom Fortschritt der Bauarbeiten zu machen.
Die Anfänge der Papiermühle reichen ins Jahr 1602 zurück, wie der Heimatforscher Werner Beermann den Anwesenden zu berichten wusste. Ein Papiermacher Schmidt aus Vlotho gründet hier eine Papiermanufaktur um so genanntes Kanzleipapier für die Ämter und Schreibstuben des Osnabrücker Landes herzustellen. Das Geschäft lief aber mehr schlecht als recht. Erst als 1791 Georg Wilhelm Quirll, ein vermögender Osnabrücker Kaufmann die Papiermühle erwarb, wurde Papierherstellung wirtschaftlich erfolgreich. 1890 musste die Papiermühle ihren Betreib dennoch einstellen. Die Georgsmarienhütte hatte der Mühle für die Stahlproduktion das Wasser quasi abgegraben. Der damalige Besitzer wohnte darüber hinaus in Aachen und hatte an dem weiteren Betrieb kein sonderliches Interesse. So wurde stattdessen eine Fischzucht eingerichtet, die sehr erfolgreich andere Betriebe mit Jungforellen für die Mast belieferte. Aber auch diese Nutzung wurde schließlich aufgegeben und seit dem dämmerte das historische Gebäude im Dornröschenschlaf vor sich hin.
Jetzt hat es der Eigentümer, Tierarzt Dr. Rosengarten, wieder geweckt und möchte es mit viel Herzblut, finanziellem Engagement und der Unterstützung der Denkmalpflege zu einem Schmuckstück historischer Bausubstanz herrichten. Die Besucher konnten sich selbst davon überzeugen, wie bei allen Baumaßnahmen und den verwendeten Materialien darauf geachtet wird, den historischen Charakter zu bewahren. Zukünftig soll, wie Dr. Eberhard Schröder in Vertretung für den kurzfristig verhinderten Eigentümer erläuterte, im Haus Wohnen und Arbeiten unter einem Dach möglich sein. Die Räume eignen sich hervorragend für die Nutzung z.B. als Atelier oder für Architekten oder Rechtsanwälte als Büro. Aber auch als Veranstaltungsraum für kleine Ausstellungen oder Lesungen wären sie gut geeignet. Wie auch immer. Die anwesenden Vertreter der SPD-Ratsfraktion äußerten sich jedenfalls erfreut darüber, daß hier in Privatinitiative ein Stück Stadtgeschichte vor dem Verfall gerettet wird. Herr Dr. Rosengarten, der dann noch bei der anschließenden Jahreshauptversammlung der SPD-Georgsmarienhütte im Brauhaus Dröge hereinschauen konnte, lud erneut zu einem Besuch nach der Fertigstellung des Objektes im Spätsommer ein. Die SPD überreichte Dr. Rosengarten bei dieser Gelegenheit als Dank für die Möglichkeit seine Baustelle zu besuchen, einen Gutschein für das Buch „Herausragende Standorte der Buch- und Papiermühlengeschichte in Niedersachsen“ und nahm die Einladung für den weiteren Besuch erfreut an, bei dem auch wieder interessierte Bürgerinnen und Bürger gern gesehen sind.